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Zunftkleidung

Was heißt Zunft heute –
und welche Kleidung trägt der moderne Geselle?

Während der Fachhandel für Berufsbekleidung von „Zunftkleidung“ spricht, sprechen Menschen, die sie tragen, gerne von ihrer „Kluft“. Vorbehalten ist diese Kluft den Handwerkern aus verschiedenen Gewerken.

Zu den klassischen Zunftberufen gehören:

Geselle in Zunftkleidung Mann mit schwarzer Zunftkleidung
  • Maurer
  • Zimmermann
  • Dachdecker
  • Betonbauer
  • Müller
  • Fischer
  • Schmied
  • Schreiner
  • Sattler
  • Kürschner
  • Bäcker

Die getragene Kleidung eines wandernden Handwerksbuschen verrät sofort, welcher Zunft er angehört. Zu einer Komplett-Ausstattung an Arbeitskleidung gehören diverse Kleidungsstücke in zunftgerechter Machart und Farbe. Diese und die dazu gehörigen Accessoires dürfen nur von Mitgliedern einer Zunft getragen werden.

Woraus besteht Zunftbekleidung?

Potenzielle Arbeitgeber erkennen an der Kleidung eines Wandergesellen, ob dieser Dachdecker, Steinsetzer oder Maurer ist. Die Kluft der verschiedenen Zünfte und Gewerke ist eindeutig zu unterscheiden. Die dicken Stoffe sowie die Schuhsohlen der Zunftbekleidung dienen vornehmlich der Arbeitssicherheit. Auch die Zuschnitte sind auf die Tätigkeiten ausgerichtet, die ein Handwerker ausführt. Männer wie Frauen tragen im Prinzip dieselbe Kluft. Sie unterliegen denselben Ritualen und Regeln ihrer Zunft. Selbstverständlich gibt es heutzutage auch spezielle Berufsbekleidung im Bereich Zünfte für Damen. Hier wird die Schnittform der Zunftbekleidung dem Frauenkörper angepasst. Zu einer klassischen Zunftausstattung gehören

  • ein schwarzer Hut (Schlapphut bzw. „Obermann“, Zylinder oder Melone)
  • ein kragenloses weißes Hemd, die sogenannte „Staude“
  • eine Zunfthose mit oder ohne Schlag
  • eine Weste mit acht Perlmuttknöpfen, stellvertretend für die Zahl der Arbeitsstunden je Tag
  • ein Jackett mit sechs Perlmuttknöpfen, die für die Sechs-Tage-Woche stehen sowie drei Ärmelknöpfen, die die vorgeschriebenen Wander- und Lehrjahre symbolisieren
  • schwarzen bzw. dunklen Schuhen
  • sowie der Zunftkrawatte, „Ehrbarkeit“ genannt, an der man den Schacht ablesen kann.

Außerdem gibt es noch viele weitere Accessoires, wie den Stenz oder die jeweiligen Zunftzeichen, um die die Kleidung der Gesellen erweitert wird.

Worin unterscheidet sich die Zunftkleidung von Maurer, Zimmermann und Dachdecker?

An den Farben der Kluft kann jeder Eingeweihte die Berufsgruppe des Trägers erkennen. So tragen beispielsweise die mit Holz arbeitenden Gewerke, wie der Zimmermann, schwarze Kluften. Dachdecker erkennt man zum Beispiel an ihrer schwarzen Kluft aus Trenkercord. Die mit Stein arbeitenden Gewerke, wie Maurer oder die Betonbauer sind mit grauen bzw. beigen Kleidungsstücken eingekleidet. Schmiede und andere Metallberufe sind an der Farbe Blau zu erkennen. Als Materialien werden besonders dichte und feste Stoffe verwendet. Die bekanntesten sind Manchester- und Trenker-Cord, Genua-Cord, Pilot und Zwirn-Doppelpilot aus Baumwolle, sowie Englischleder. Manchmal kommt auch Samt zum Einsatz.